Challenge #70

Die Transformation des Energiesystems gesellschaftskonform gestalten.

Deutschland soll bis zum Jahr 2050 treibhausgasneutral werden. Dafür ist ein Umbau des Energiesystems nötig. Wir arbeiten daran, die Grundlagen und Mechanismen gesellschaftlicher Akzeptanz aufzuklären, um Lösungswege für eine erfolgreiche Transformation des Energiesystems zu finden.

Akzeptanz: Bremse oder Basis eines zukünftigen Energiesystems. Für eine erfolgreiche Transformation des Energiesystems ist breite gesellschaftliche Zustimmung unabdingbar: vornehmlich in Bezug auf Energieträger und Technologien, aber auch auf etwa höhere Preise für fossile Kraftstoffe, oder gesellschaftliche Verteilungsfolgen. Bereits seit Jahren zeichnen sich in dieser Hinsicht Konflikte ab, wie bei der Installation neuer Windkraftanlagen oder in Hinsicht auf die hohen Kosten der Energiewende und deren Verteilung. Ein weiteres Problem ist die Akzeptanz alternativer Energieträger wie Wasserstoff und zugehörigen Technologien, etwa Elektrolyseure und Wasserstoff-Fahrzeuge. Darüber hinaus müssen für eine erfolgreiche Energiewende notwendige Verhaltensänderungen von einer breiten Basis angenommen werden. Und Akzeptanz kann fragil sein: Wo heute notwendige Veränderungen akzeptiert werden, ist das für die Zukunft nicht gesichert.

Wir führen in regelmäßigen Abständen Bevölkerungsumfragen durch, um Entwicklungen über die Zeit zu verfolgen und Trends frühzeitig zu erkennen. Außerdem entwickeln wir einen sogenannten Akzeptanzindikator, der auch in vorausblickende Analysen Eingang finden kann. 

(Headerbild: Forschungszentrum Jülich / Sascha Kreklau)

Weitere Informationen:

Frischer Wind statt Flaute (Titelthema Wissenschaftsmagazin effzett 1/2020)

Publikationen:

Banisch, S. and H. Shamon (2021). Biased processing and opinion polarisation: experimental refinement of argument communication theory in the context of the energy debate.

Boomsma, C., et al. (2020). Community compensation in the context of carbon capture and storage: Current debates and practices. International Journal of Greenhouse Gas Control, 2020. 101: p. 103128.

Ernst, A. and H. Shamon (2020). Public participation in the German energy transformation: Examining empirically relevant factors of participation decisions. Energy Policy 145: 111680.

Schumann, D. and H. Shamon (2019). The importance of house effects for repeated public opinion surveys. International Journal of Public Opinion Research, 2019. 32.

Shamon, H., et al. (2019). "Changing attitudes and conflicting arguments: Reviewing stakeholder communication on electricity technologies in Germany." Energy Research & Social Science 55: 106-121.

Vögele, S., et al. (2021). Why the trend towards gas-guzzlers? A closer look at the complex effects of social norms on German car buyers. Energy Research & Social Science, 2021. 72: p. 101840.

Beteiligte Helmholtz-Zentren:

Forschungszentrum Jülich

Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

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